Der Third-Person Action Thriller „Alan Wake“ von Remedy scheint anfangs ein gemütlicher Spaziergang durch die amerikanische und abgelegene Kleinstadt Bright Falls zu sein. Der Bestsellerautor Alan Wake gönnt sich mit seiner Frau Alice während einer heftigen Schreibblockade und von Alpträumen geplagt einen Urlaub in eben diesem Ort. Doch schon während den ersten Spielminuten treffen wir auf eine schwarz gekleidete Witwe, die uns unsere Hausschlüssel überreicht. Etwas verstört nehmen wir in der Rolle von Alan Wake die Schlüssel an. Die Stadt liegt im Gebirge, von Wald umgeben und so müssen wir noch ein wenig fahren, bis wir unsere Hütte auf einer kleinen Insel mitten im Cauldron Lake erreichen. In der Nacht passiert dann das unfassbare. Alice wurde von dunklen Mächten entführt und wir können nur noch zusehen, wie sie in den See gezogen wird, versuchen ihr hinterher zuspringen, jedoch ohne Erfolg. Wir wachen in unserem Auto auf, abseits der Straße. Wir können uns an nichts erinnern. Langsam müssen wir den Weg zurück zur Stadt finden, durch den Wald und nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet. Es erscheinen immer mehr Manuskriptseiten eines Buches, welches Alan Wake angeblich geschrieben haben soll, woran wir uns aber nicht erinnern können. Das Manuskript wird immer mehr zur Wirklichkeit und so sind wir gar nicht, ob es Realität ist oder ein Traum, gefangen in einem Thriller.

Das Spielsystem ist simpel und schnell verstanden. Wir kämpfen uns durch linear verlaufende Level, finden Verstecke und Vorräte, um in der Nacht zu überleben. Das Dunkel übernimmt die Stadt Bright Falls. Arbeiter, Holzfäller und Bewohner der Stadt werden davon übernommen und greifen Alan an. Mit der Taschenlampe werden die Gegner angeleuchtet bis sie verletzlich sind. Danach geben wir ihnen den Rest mit Revolvern oder Schrotflinten. In der ewigen Nacht sind Lichtquellen unsere Zufluchtsorte, die Besessene nicht betreten können. Manuskriptseiten sind überall versteckt und bereiten uns auf die kommenden Ereignisse vor und helfen uns, die Situation besser zu verstehen.

Aufgebaut ist Alan Wake wie eine Fernsehserie. Die Level sind Episoden, angefangen mit einer zusammenfassenden Sequenz der vergangenen Ereignisse „zuletzt bei Alan Wake“, gefolgt von dem üblichen einleitenden Video. Die Geschichte von der Suche nach seiner Frau und der Verwischung der realen und der fiktionalen Buchwelt ist mit diesen Sequenzen brillant und spannend erzählt. Die Episoden enden mit einem Cliffhanger (offenem Ende), sodass die Spannung auf die nächste Folge natürlich groß ist und man sofort weiter spielen möchte. Die Filme sind schön anzusehen, die Protagonisten wurden von Schauspielern gespielt, auch wenn man merkt, dass das Spiel in Sachen Grafik und Charaktermodelle nicht auf dem neusten Stand ist. In einem Spiel, in dem es um Licht und Dunkel geht sind die Schatteneffekte allerdings die besten. Sie bewegen sich mit der Bewegung der Taschenlampe über Wände, auch wenn dadurch nicht selten ein etwas gruseliger Effekt erzeugt wird. Im Großen und Ganzen ist das Spiel natürlich nur für jemanden, der etwas Spannung und Schauer ertragen kann. Das Spiel versucht natürlich alles, um die Situation weniger furchterregend darzustellen. Bei plötzlich erscheinenden Gegner dreht die Kamera und den Charakter und zeigt ihr Erscheinen an, sodass man sich auf den bevorstehenden Kampf vorbereiten kann, was in einer Art Fließbandschema enden kann. Man läuft überwiegend durch Wälder, bekämpft die Besessenen und bis die nächste erfrischende Videosequenz erscheint, vergeht schon mal ein bisschen Zeit. Das schreckt den Gruselfan aber nicht ab und so bringen die, von Alan selbst vorgelesenen, gefundenen Manuskriptseiten, Radioprogramme und Fernseher Abwechslung in den Alltag von Bright Falls.

Zusammenfassend ist Alan Wake ein Spiel mit dem gewissen Grusel- und Thrillerfaktor, bei dem man sich oft selbst die Frage stellen muss „Was ist denn jetzt gerade passiert?“. Untermalt mit dem stimmigen Soundtrack und der erzählten Geschichte per Videosequenzen und Dialogen, lädt Alan Wake auch zum zweiten Mal spielen ein, um hinter die Geheimnisse von Bright Falls und Alans Persönlichkeit zu kommen.

 

Geschrieben von: Toby

 

Info:

Start: 16.Februar 2012 (PC)

Preis: 25€ 

Hersteller: Remedy 

 

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